Eine starke Zukunft für ein­ge­wan­derte junge Men­schen – ein Kom­mentar der Bil­dungs­be­ratung GF‑H zum Koalitionsvertrag

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Eine starke Zukunft für ein­ge­wan­derte junge Men­schen – ein Kom­mentar der Bil­dungs­be­ratung GF‑H zum Koalitionsvertrag

Der Koali­ti­ons­vertrag benennt eine anspruchs­volle Agenda, die wesent­lichen For­de­rungen und Themen der Jugend­so­zi­al­arbeit und der Bil­dungs­be­ratung in der Sozial‑, Bildungs- und Arbeits­markt­po­litik auf­greift. Soziale Auf­stiegs­chancen, gerechte Bildung und sichere Über­gänge sowie die Her­aus­for­de­rungen der Migration und Digi­ta­li­sierung sind (auch) zen­trale jugend­po­li­tische Fragen – und fordern eine starke Jugendsozial- und Migra­ti­ons­arbeit. Die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Katho­lische Jugend­so­zi­al­arbeit (BAG KJS) e. V. und die Bil­dungs­be­ratung Garan­tie­fonds Hoch­schule (GF‑H)  begrüßen ins­be­sondere, dass die Rechte junger Men­schen gestärkt werden sollen, was auch für junge Geflüchtete und ein­ge­wan­derte Men­schen gelten muss. Ein­zelne Vor­haben des Koali­ti­ons­ver­trages kom­men­tieren Heiner Terborg und Johanna Krieser.

Erhöhte Auf­merk­samkeit für junge Men­schen in pre­kären Lebenslagen

Jugend­liche und junge Erwachsene in pre­kären Lebens­lagen und von Armut betroffene junge Men­schen – viele von ihnen mit „Migra­ti­ons­ge­schichte“ – sind stärker in den Blick der Politik gerückt. Dies zeigt ins­be­sondere die (neue) Aus­bil­dungs­ga­rantie, die explizite Ein­be­ziehung junger Voll­jäh­riger in die neue Kinder- und Jugend­grund­si­cherung und die Wei­ter­ent­wicklung des BAföGs.

„Um neue Poten­ziale für den Wirtschafts- und Wis­sen­schafts­standort Deutschland zu erschließen, wollen wir, dass Men­schen aus anderen Ländern in unserem Land leichter stu­dieren oder eine Aus­bildung machen können.“ (Koali­ti­ons­vertrag 3960)

Para­dig­men­wechsel in der Migrationspolitik

Ein dringend benö­tigter Para­dig­men­wechsel zeichnet sich für das große Poli­tikfeld Migration/​Integration (u. a. in Fami­li­en­zu­sam­men­führung, Auf­ent­halts­recht, Staats­an­ge­hö­rigkeit) ab, der uns darauf hoffen lässt, dass Zuwan­derung zukünftig nicht mehr vor­rangig unter Sicherheits- und Abwehr­aspekten gesehen, sondern als echte Chance begriffen wird. Auch in der Flucht- und Asyl­de­batte sollte fortan ein von Men­schen­rechten geprägter Diskurs vor­herr­schen. Aller­dings bleibt die ange­kün­digte neue Euro­päische Migrations- und Asyl­po­litik noch sehr vage – hier besteht aus unserer Sicht drin­gender Handlungsbedarf.

Dieser Para­dig­men­wechsel muss sich zukünftig auch auf die Studien- und Aus­bil­dungs­be­din­gungen für zuge­wan­derte junge Men­schen aus­wirken. Die Ankün­digung der ver­bes­serten Inte­gra­ti­ons­mög­lich­keiten für junge Geflüchtete sehen wir als einen wesent­lichen Fort­schritt an. Die För­der­zu­sagen für die Jugend­mi­gra­ti­ons­dienste – ein Bun­des­pro­gramm der Jugend­so­zi­al­arbeit — sind wichtig, sie bleiben aber hinter den Erwar­tungen und Not­wen­dig­keiten zurück. Kon­krete Aus­sagen zu der Bil­dungs­be­ratung und dem GF‑H fehlen im Koalitionsvertrag.

Bewertung des Koalitionsvertrags

Die Bil­dungs­be­ratung Garan­tie­fonds Hoch­schule unter­stützt junge Flücht­linge und Zuge­wan­derte bei der Vor­be­reitung und Auf­nahme eines Hoch­schul­stu­diums in Deutschland. Die Koor­di­nierung dieses Pro­gramms ist bei der BAG KJS verortet.

Die BAG KJS und die Bil­dungs­be­ratung kom­men­tieren gemeinsam aus­ge­wählte Aus­sagen des Koali­ti­ons­ver­trags, die bei ent­spre­chender Umsetzung geeignet sind, die gesell­schaft­liche Teilhabe junger (ins­be­sondere geflüch­teter) Zuge­wan­derter und ihre Teilhabe an aka­de­mi­scher Bildung zu fördern. Die ange­messene Aus­ge­staltung des neuen BAföG, ver­bes­serte Zugangs­be­din­gungen zu den Hoch­schulen und die Absi­cherung der Stu­di­en­kollegs sind dafür zen­trale Voraussetzungen.

Quelle: BAG KJS: Andrea Pingel (Refe­rentin für Grund­satz­fragen) und Heiner Terborg (Leiter Koor­di­nie­rungs­stelle Bil­dungs­be­ratung GF‑H)

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