Eine Jugendstrategie für alle jungen Menschen in Europa

rawpixel-558597-unsplash.jpg

Eine Jugendstrategie für alle jungen Menschen in Europa

Die aktu­el­le Peri­ode der EU-​Jugendstrategie (2014–2018) endet mit die­sem Jahr. Bis 2019 sol­len ein neu­er jugend­po­li­ti­scher Rah­men für Euro­pa gestal­tet und eine erneu­er­te Jugend­stra­te­gie abge­stimmt wer­den. Die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Katho­li­sche Jugend­so­zi­al­ar­beit (BAG KJS) e. V. lie­fert in ihrer Stel­lung­nah­me Hin­wei­se zur Ent­wick­lung und Umset­zung einer neu­en EU-​Jugendstrategie ab 2019. Zen­tra­les Ziel der neu­en Stra­te­gie muss es sein, die Teil­ha­be von Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen in Euro­pa zu ver­bes­sern, ins­be­son­de­re wenn sie schlech­te Aus­gangs­be­din­gun­gen oder wenig Chan­cen im Bil­dungs­sys­tem und auf dem Arbeits­markt haben.

Inzwi­schen haben die Pla­nun­gen für die­se Stra­te­gie in Euro­pa und in den Mit­glied­staa­ten Fahrt auf­ge­nom­men. Zur­zeit besteht die Mög­lich­keit Zie­le, Arbeits­for­men und The­men vor­zu­schla­gen und euro­pa­weit zu dis­ku­tie­ren. Die BAG KJS begrüßt den poli­ti­schen Wil­len der EU, erneut Eck­pfei­ler für eine gemein­sa­me Jugend­po­li­tik zu for­mu­lie­ren und der Jugend in Euro­pa zukünf­tig eine grö­ße­re Bedeu­tung bei­zu­mes­sen. Mit dem Ziel eine gute Wirk­kraft für die neue Stra­te­gie zu errei­chen, bringt die BAG KJS nun die Per­spek­ti­ve der Jugend­so­zi­al­ar­beit und ihrer Ziel­grup­pen in den lau­fen­den Stra­te­gie­bil­dungs­pro­zess ein.

Allen jungen Menschen Teilhabe an und in Europa ermöglichen

Die BAG KJS unter­stützt das Bestre­ben der Euro­päi­schen Uni­on, Jugend­po­li­tik über das Jahr 2018 hin­aus auf der euro­päi­schen Ebe­ne zu gestal­ten und den ein­zel­nen Mit­glied­staa­ten eine Ori­en­tie­rung für die natio­na­le Umset­zung zu geben. Die umfas­sen­de Teil­ha­be und das Enga­ge­ment aller jun­gen Men­schen euro­pa­weit ist eine wesent­li­che Zukunfts­vor­aus­set­zung für ein soli­da­ri­sches Europa.

Für die Jugend­so­zi­al­ar­beit in katho­li­scher Trä­ger­schaft sind für eine zukünf­ti­ge EU-​Jugendstrategie fol­gen­de Kern­ele­men­te unverzichtbar:

  • Jun­ge Men­schen müs­sen auf der euro­päi­schen, der natio­na­len und der loka­len Ebe­ne umfas­send betei­ligt und nicht nur nicht nur „ange­hört“ wer­den. Die direk­te Ein­bin­dung der Selbst­or­ga­ni­sa­tio­nen, bei­spiels­wei­se der Jugend­ver­bän­de und wei­te­rer zivil­ge­sell­schaft­li­cher Akteu­re, ist zu gewähr­leis­ten. Um adäqua­te Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten für benach­tei­lig­te Jugend­li­che zu errei­chen, sind mehr Res­sour­cen und neue Zugän­ge für „bar­rie­re­freie“ Betei­li­gungs­pro­zes­se erforderlich.
  • Die Ermög­li­chung trans­na­tio­na­ler Mobi­li­tät ins­be­son­de­re für benach­tei­lig­te Jugend­li­che muss zum vor­dring­li­chen Ziel der jugend­po­li­ti­schen Stra­te­gien auf euro­päi­scher bzw. jeweils natio­na­ler Ebe­ne wer­den. Hier­zu ist eine aus­ge­wei­te­te und gesi­cher­te finan­zi­el­le För­de­rung unab­ding­bar. Dar­über hin­aus sind ver­läss­li­che Stütz­struk­tu­ren not­wen­dig, die eine Ein­be­zie­hung benach­tei­lig­ter jun­ger Men­schen in grenz­über­schrei­ten­de Maß­nah­men gewähr­leis­ten. Die Jugend­so­zi­al­ar­beit ist in der Lage, sol­che Struk­tu­ren wir­kungs­voll und dau­er­haft bereit­zu­stel­len. Vor­aus­set­zung ist aber auch hier eine aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Grundlage.
  • Non­for­ma­le und infor­mel­le Bil­dungs­pro­zes­se jun­ger Men­schen müs­sen stär­ker gewich­tet und aner­kannt wer­den. Nötig ist die fak­ti­sche Durch­set­zung und Anwen­dung eines euro­päi­schen Refe­renz­sys­tems und der natio­na­len Qua­li­fi­ka­ti­ons­rah­men zur Aner­ken­nung erwor­be­ner Qua­li­fi­ka­tio­nen und Kompetenzen.
  • Gera­de jun­ge Men­schen befin­den sich in unter­schied­lichs­ter Wei­se in Über­gangs­pro­zes­sen. Des­halb war es rich­tig, die bes­se­re Gestal­tung von Über­gän­gen in die Arbeits­welt durch die Unter­stüt­zung der Kinder- und Jugend­hil­fe und der Jugend­so­zi­al­ar­beit auf der natio­na­len Ebe­ne in den Focus zu neh­men. Fra­gen einer guten Über­gangs­ge­stal­tung – unter der beson­de­ren Berück­sich­ti­gung infor­mell und non­for­mal erwor­be­ner Kom­pe­ten­zen – gilt es zukünf­tig wei­ter zu ver­fol­gen und zu einem gemein­sa­men Schwer­punkt in Euro­pa wer­den zu lassen.
  • Auf der Pro­gramm­ebe­ne ist ein ver­ein­fach­ter und unbü­ro­kra­ti­scher Zugang zu den euro­päi­schen För­der­pro­gram­men – vor allem zum Bildungs- und Jugend­pro­gramm Eras­mus+ und den EU-​Förderprogrammen, die für die beruf­li­che Inte­gra­ti­on jun­ger Men­schen eine wich­ti­ge Res­sour­ce dar­stel­len – zu schaf­fen. Ori­gi­nä­re Jugend­pro­gram­me auf der natio­na­len Ebe­ne wie „Jugend in Akti­on“, das Schwer­punk­te wie Jugend­ar­beit, infor­mel­le und poli­ti­sche Bil­dung sowie Par­ti­zi­pa­ti­on ver­folgt, sind dabei unab­ding­bar, um die Zie­le der EU Jugend­stra­te­gie zu errei­chen. Ihr Bud­get­an­teil muss deut­lich erhöht wer­den. In Deutsch­land z. B. liegt der Anteil des Jugend­pro­gramms bis­her nur bei 10 % (bei 20 % aller Teil­neh­men­den) des Gesamt­pro­gramms von Erasmus +.

Stel­lung­nah­me zur EU Jugend­stra­te­gie 2019 in vol­lem Text­um­fang lesen

Tei­len mit:
Skip to content