Qualität und Kontinuität gewährleisten, statt zum billigsten Preis einzukaufen.

Seit Frühjahr 2015 ist das Modell der Assistierten Ausbildung (AsA) deutschlandweit gesetzlich verankert. Bei einigen Trägern der Jugendsozialarbeit wird die AsA seit längerem erprobt. Das Förderinstrument soll notwendige Begleitstrukturen im Ausbildungsprozess absichern und insbesondere jungen Menschen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, einen erfolgreichen Abschluss einer beruflichen Ausbildung ermöglichen. Mit der AsA sollen Jugendliche und Ausbildungsbetriebe gemeinsam eine individuelle und kontinuierliche Unterstützung für die erfolgreiche Gestaltung eines Ausbildungsverhältnisses erhalten.

Für 2015 sind 10.000 Plätze vorgesehen. Davon wurden bisher 5.241 Plätze ausgeschrieben. Mit mehrfach negativen Effekten. Erfahrene Träger, die das Modell bisher erprobt haben, gingen bei der Vergabe der ausgeschriebenen Plätze leer aus. Mit der Konsequenz, dass Jugendlichen mitten in ihrer Ausbildung zu einem neuen Träger wechseln müssen. Sie bekommen neue Ansprechpartner und neue pädagogische Bezugspersonen. „Gerade für benachteiligte Jugendliche sind solche Brüche in der Kontinuität kontraproduktiv“, so Pfarrer Simon Rapp, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e. V.. „Qualität und Kontinuität müssen Vorrang vor Preisdumping haben!“ fordert Rapp von der Bundeagentur für Arbeit (BA), die für die Vergabe von Arbeitsmarktdienstleistungen zuständig ist.

Gemeinsam mit anderen bundezentralen Organisationen der Jugendsozialarbeit kritisiert die BAG KJS die BA in einer heute heraus gegebenen Stellungnahme. Neben der Vergabepraxis werden inhaltliche Veränderungen in der Leistungsbeschreibung und dem Fachkonzept gegenüber dem ursprünglichen Entwurf moniert. Die Leistungsbeschreibung und das Fachkonzept bilden die Grundlage für die Ausgestaltung und Umsetzung der AsA. Die insbesondere für benachteiligte Jugendliche wichtige Phase der Ausbildungsvorbereitung wurde verkürzt oder gar nicht mehr ausgeschrieben. Die Phase der Nachbetreuung, während derer die Jugendlichen durch eine sozialpädagogische Begleitung beim Übergang von der Ausbildung in Beschäftigung unterstützt werden, sieht die BA aktuell auch nicht mehr vor.

Die BAG KJS macht sich mit ihren Partnern im Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit dafür stark, die Rahmenbedingungen der AsA zu verbessern. „Die optimale Förderung der jungen Menschen muss im Vordergrund stehen, nicht die Kosten“, verdeutlicht Rapp die Position der Jugendsozialarbeit.

Quelle:
BAG KJS

Teilen mit: