Ein Blick in die Zukunft zum 20-​jährigen Jubiläum der Jugendmigrationsdienste

Ein Foto von einer Veranstaltung der Jugendmigrationsdienste anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums. Das Bild ist aus Sicht des Publikums aufgenommen und zeigt ein Podium, auf dem ein männlicher Redner und drei weibliche Rednerinnen sitzen. Hinter ihnen ist ein großes Plakat, auf dem steht: "20 Jahre JMD - Jugendmigrationsdienste. Zukunft können wir." Links vom Podium hängt eine Leinwand, auf dem die Namen der Podiumsredner*innen stehen.

Ein Blick in die Zukunft zum 20-​jährigen Jubiläum der Jugendmigrationsdienste

Mit einer Fach­kon­ferenz fei­erten die Jugend­mi­gra­ti­ons­dienste (JMD) ihr 20-​jähriges Bestehen in Berlin. Ein­drucksvoll bestä­tigten die Fach­kräfte aller vier Trä­ger­or­ga­ni­sa­tionen mit ihren Berichten und Erkennt­nissen das Motto des Jubi­läums: Zukunft können wir! Zugleich zeigten sie auf, was sie für eine erfolg­reiche Arbeit in Zukunft benö­tigen: Ver­läss­liche Unter­stützung des Staates und der Gesell­schaft. Denn für die JMD-Kolleg*innen, die sich für junge Men­schen mit Ein­wan­de­rungs­ge­schichte ein­setzen, bleibt die täg­liche Arbeit herausfordernd.

Junge Men­schen, die die JMD auf­suchen, wollen auf der Basis einer ver­trau­ens­vollen Zusam­men­arbeit die eigene Zukunft aktiv gestalten. Doch viele junge Men­schen erleben nach ihrem Ankommen etwas gänzlich anderes: Stig­ma­ti­sierung, Miss­trauen, büro­kra­tische Hürden, Dis­kri­mi­nierung und Ras­sismus. Das belastet nicht nur die Rat­su­chenden, sondern auch die Rat­ge­benden. Trotz dieser wid­rigen Umstände ver­suchen die JMD-Mitarbeiter*innen an rund 500 Stand­orten bun­desweit, die bestehenden Her­aus­for­de­rungen gemeinsam mit den jungen Men­schen zu bewäl­tigen. In den meisten Fällen sind sie erfolg­reich – gegen viele Wider­stände und Hürden.

Dank der Staats­se­kre­tärin aus dem BMBFSFJ 

Staats­se­kre­tärin Dr. Petra Bahr aus dem Bun­des­mi­nis­terium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) dankte des­wegen den Fach­kräften in ihrer Rede. Sie betonte, dass es durch den JMD gelinge, jedem „Fall“ einen Vor- und Nach­namen zu geben – eine Geschichte und ein Gesicht. Sie ermu­tigte, die erfolg­reiche Arbeit fort­zu­führen. Und sie betonte, dass ihr Minis­terium die Inte­gration junger Men­schen mit­hilfe der JMD weiter enga­giert unter­stützen wolle – auch wenn alle Aus­gaben des Bundes ab dem Jahr 2027 unter die Lupe genommen werden. JMD-​Träger und Fach­kräfte gaben der poli­ti­schen Beamtin im BMBFSFJ mit, den viel­fältig wach­senden Bedarfen im JMD mit zuver­läs­sigen und lang­fris­tigen Per­spek­tiven und Rah­men­be­din­gungen zu begegnen.

Lagebild zur Diskriminierung 

Gegen die gefühlte Meinung, ein großer Teil der Men­schen in Deutschland sei gegen Inte­gration, stellte Dr. Cihan Sinanoğlu ein­drucks­volle Zahlen. Der Leiter der Geschäfts­stelle des Natio­nalen Diskriminierungs- und Ras­sis­mus­mo­nitors am Deut­schen Zentrum für Integrations- und Migra­ti­ons­for­schung (DeZIM) machte deutlich, dass etwa zwei Drittel der deut­schen Bevöl­kerung Vielfalt und Inte­gration unter­stützen. Zugleich belegte er, dass struk­tu­relle Dis­kri­mi­nierung in Ver­wal­tungen und Behörden nach­weisbar ist. Beides werde poli­tisch jedoch bis in demo­kra­tische Par­teien hinein bestritten. Fakten versus gefühlte Wahrheit machten die Debatte komplex und mühsam. Der Wis­sen­schaftler beschei­nigte den JMD, in der Arbeit für und mit den jungen Men­schen viel für den Erhalt der Demo­kratie zu leisten.

Arbeit an der Zukunft 

In Work­shops arbei­teten die Fach­kräfte an den beiden Kon­fe­renz­tagen an der Zukunft der JMD. Sie the­ma­ti­sierten den Anteil ihrer Arbeit am gesell­schaft­lichen Zusam­menhalt, schärften Profil sowie Auftrag und machten sich Gedanken, welche Schwer­punkte in Angriff genommen werden müssen: der Einsatz digi­taler Werk­zeuge und Pro­zesse, die psy­chi­schen Belas­tungen der Rat­su­chenden und Bera­tenden, die Demo­kra­tie­bildung und der Einsatz gegen Dis­kri­mi­nierung und Ras­sismus, um nur einige aufzuzählen.

Vor­be­reitet und orga­ni­siert wurde die Tagung feder­führend durch das JMD-​Servicebüro sowie die vier Trä­ger­or­ga­ni­sa­tionen: die BAG Evan­ge­lische Jugend­so­zi­al­arbeit, die BAG Katho­lische Jugend­so­zi­al­arbeit, die Arbei­ter­wohl­fahrt und der Inter­na­tionale Bund, stell­ver­tretend für die freie Trä­ger­gruppe (u. a. Deut­sches Rotes Kreuz und weitere ört­liche und regionale Träger).

Autoren: Michael Scholl und Peter Müller

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