Bun­des­kon­gress Schul­so­zi­al­arbeit 2026: Fach­licher Aus­tausch in Zeiten wach­sender Ungleichheit

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Bun­des­kon­gress Schul­so­zi­al­arbeit 2026: Fach­licher Aus­tausch in Zeiten wach­sender Ungleichheit

Am 5. und 6. März 2026 findet in Hil­desheim der Bun­des­kon­gress Schul­so­zi­al­arbeit 2026 statt. Unter dem Leit­thema „Pro­fes­sionell. Nach­haltig. Zukunfts­ori­en­tiert.“ kommen Fach­kräfte der Schul­so­zi­al­arbeit, Wissenschaftler*innen sowie Vertreter*innen aus Politik und Ver­waltung zusammen, um zen­trale Her­aus­for­de­rungen des Arbeits­feldes zu dis­ku­tieren. Der Kon­gress greift vier The­men­felder auf: Armut und soziale Gerech­tigkeit, Bildung für nach­haltige Ent­wicklung, Digi­ta­li­sierung und Digi­ta­lität sowie Pro­fes­sio­na­lität in der Schul­so­zi­al­arbeit. Damit werden aktuelle Trans­for­ma­ti­ons­pro­zesse adres­siert, die sowohl die Lebens­lagen junger Men­schen als auch die insti­tu­tio­nellen Rah­men­be­din­gungen von Schule nach­haltig verändern.

Schul­so­zi­al­arbeit im Kontext wach­sender sozialer Ungleichheit 

Ins­be­sondere das Thema Armut ver­weist auf eine anhal­tende fach­po­li­tische Debatte. Die Armuts­ge­fähr­dungs­quote junger Men­schen ver­harrt seit Jahren auf hohem Niveau. Bil­dungs­bio­grafien, Über­gänge in Aus­bildung und Beruf sowie soziale und digitale Teilhabe sind wei­terhin stark von der sozialen Her­kunft abhängig. Schul­so­zi­al­arbeit ist hier ein zen­trales Unterstützungs- und Ver­mitt­lungs­an­gebot an der Schnitt­stelle von Jugend­hilfe und Schule. Sie begleitet junge Men­schen in belas­teten Lebens­lagen, stärkt indi­vi­duelle Res­sourcen und trägt dazu bei, Benach­tei­li­gungen früh­zeitig entgegenzuwirken.

Gleich­zeitig ist Schul­so­zi­al­arbeit selbst häufig von pro­jekt­be­zo­genen Finan­zie­rungen und unein­heit­lichen Zustän­dig­keiten geprägt. Vor dem Hin­ter­grund wach­sender sozialer Ungleichheit gewinnt daher die Frage nach einer ver­läss­lichen struk­tu­rellen Ver­an­kerung an Bedeutung. Fach­liche Stan­dards, klare Zustän­dig­keiten und lang­fristige Finan­zie­rungs­per­spek­tiven sind Vor­aus­set­zungen, um Schul­so­zi­al­arbeit nach­haltig wirksam zu machen.

Fach­licher Aus­tausch und poli­tische Positionsbestimmung

Der Bun­des­kon­gress ver­steht sich als bun­des­weites Forum für Aus­tausch und Posi­ti­ons­be­stimmung. Wis­sen­schaft­liche Erkennt­nisse werden mit Pra­xis­er­fah­rungen ver­knüpft, um kon­krete Hand­lungs­per­spek­tiven für unter­schied­liche Schul­formen und regionale Kon­texte zu ent­wi­ckeln. Zugleich bietet die Ver­an­staltung Raum, um die pro­fes­sio­nelle Iden­tität des Arbeits­feldes weiter zu schärfen.

Auch die Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Katho­lische Jugend­so­zi­al­arbeit (BAG KJS) und ins­be­sondere ihre Mit­glieds­or­ga­ni­sation IN VIA Deutschland betei­ligen sich aktiv am Kon­gress. Sie bringen ihre Expertise zu Fragen von Jugend­armut, sozialer Gerech­tigkeit und struk­tu­reller Absi­cherung sozi­al­päd­ago­gi­scher Angebote im Kontext Schule ein und setzen damit fach­po­li­tische Impulse für die Wei­ter­ent­wicklung des Arbeits­feldes. Zudem wird auf dem Kon­gress das von der BAG KJS geför­derte Projekt „Schule – ohne mich!? Neue Ent­wick­lungen und Hand­lungs­an­for­de­rungen bei Schul­ab­sen­tismus“ vor­ge­stellt, das zen­trale Befunde zur Ent­wicklung und Prä­vention von Schul­ab­sen­tismus bündelt und pra­xisnahe Hand­lungs­emp­feh­lungen für Fach­kräfte sowie bildungs- und jugend­po­li­tische Adres­sa­tinnen und Adres­saten erarbeitet.

In Zeiten mul­tipler Krisen und zuneh­mender gesell­schaft­licher Pola­ri­sierung steht Schul­so­zi­al­arbeit vor der Aufgabe, soziale Gerech­tigkeit im schu­li­schen Kontext mit­zu­ge­stalten. Der Bun­des­kon­gress setzt hier ein Signal: Für eine fachlich fun­dierte Wei­ter­ent­wicklung, für eine stärkere poli­tische Unter­stützung – und für eine struk­tu­relle Absi­cherung eines Arbeits­feldes, das einen wesent­lichen Beitrag zur Redu­zierung von Bil­dungs­un­gleichheit und zur Stärkung von Teilhabe leistet.

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