Best-Practice-Beispiele und Gelingensbedingungen aus der Fachpraxis
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die der Schule fernbleiben, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bei Schulabsentismus handelt es sich nicht um ein Randphänomen, denn seit der Corona-Pandemie konnte bundesweit ein Anstieg von Schulabsentismus beobachtet werden. Regelmäßige Schulabwesenheit gefährdet Bildungsbiografien, erschwert soziale Teilhabe und erhöht das Risiko für Schulabbrüche, die wiederum eingeschränkte berufliche Perspektiven sowie langfristige soziale Benachteiligungen der Betroffenen zur Folge haben können. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist daher nicht nur von hoher bildungs- und sozialpolitischer, sondern auch gesamtgesellschaftlicher Relevanz.
Wenngleich es bereits eine Vielzahl an bewährten Konzepten, regionalen Handreichungen und Leitfäden für den Umgang mit Schulabsentismus in der Praxis gibt, fehlt bislang ein bundesweit übergreifender, pädagogisch fundierter Handlungsrahmen. Es braucht somit eine systematische und praxisorientierte Übersicht über aktuelle, wirksame Ansätze in der Prävention und Intervention von Schulabsentismus. Dort setzt das Projekt Schule – ohne mich!? Neue Entwicklungen und Handlungsanforderung bei Schulabsentismus an, das von IN VIA Deutschland durchgeführt und von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes von Januar 2025 bis Dezember 2026 gefördert wird. Es verfolgt das Ziel, zentrale Befunde und aktuelle Erkenntnisse zum Umgang mit Schulabsentismus aufzuzeigen.
Die im Rahmen des Projektes vorgestellten Best-Practice-Beispiele werden in nun in der Broschüre “Schulabsentismus wirksam begegnen” sichtbar gemacht. In Form von Interviews kommen Fachkräfte zu Wort, die Einblicke in ihre Arbeit geben und Herausforderungen sowie die aus ihrer Sicht maßgeblichen Gelingensbedingungen aufzeigen. Ihre Erfahrungen und Angebote zeigen eindrucksvoll, dass tragfähige Beziehungen, klare Strukturen und eine wertschätzende Haltung gegenüber den Betroffenen zentrale Bausteine erfolgreicher Arbeit sind. Ergänzend werden weitere Praxisbeispiele vorgestellt, die an der Online-Workshopreihe „Schulabsentismus erfolgreich begegnen – Best Practices und Gelingensbedingungen in der Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit“ mitgewirkt haben. Ein Fachbeitrag von Stephanie Warkentin (IN VIA Deutschland) unter dem Titel „Brüche in der Schulbiografie erschweren den Übergang – worauf es ankommt im Umgang mit Schulabsentismus“ ordnet das Thema abschließend aus einer wissenschaftlichen Perspektive ein.
Die Broschüre kann hier als PDF heruntergeladen werden.