Jugendarmut in Deutschland: Vor dem Durchstarten ausgebremst

Jugendarmut verhindern mit der Initiative Jugend(ar)mut

Die junge Generation ist in Deutschland am stärksten von Armut betroffen und die Coronakrise trifft sie besonders hart

Aktuelle Zahlen zeigen: Nach wie vor sind jungen Menschen unter 25 Jahren am stärksten von Armut bedroht. Dennoch wird Jugendarmut im Unterschied zu Armut bei Kindern noch immer nicht als wichtiges gesellschaftliches Problem wahrgenommen: Vorurteile prägen das Bild und verstellen den Blick auf betroffene Jugendliche.

Die Katholische Jugendsozialarbeit in Deutschland übernimmt eine Anwaltsfunktion für die größer werdende Zahl sozial benachteiligter junger Menschen, zu denen auch die von Armut betroffenen gehören. Mit unserer Initiative machen wir auf die bestehende Ungerechtigkeit in den (Start-)Chancen junger Menschen aufmerksam. Wir fordern die Politik auf, geeignete Maßnahmen zur materiellen und immateriellen Unterstützung zu ergreifen und appellieren an Kirche und Gesellschaft, sich im Kampf gegen Jugendarmut zu engagieren.

Armutsbetroffene Jugendliche haben schlechte Bedingungen für ihre Selbständigkeit, Corona verschärft das Problem

Der 6. Monitor „Jugendarmut in Deutschland“ belegt, Armut ist eine ständige Begleiterin im Leben vieler Jugendlicher. Sie ist der Ferienkurs, der nicht besucht wird, der Schulausflug, der nicht mitgemacht wird, der Kontakt, den man nicht knüpft – weil finanzielle Mittel und soziale Teilhabe fehlen. Jugendliche, die solche Gelegenheiten verpassen, können ihre individuellen Fähigkeiten nur eingeschränkt entwickeln – und damit auch ihre Zukunftschancen. Eine Berufsausbildung gibt Hoffnung auf einen sicheren Job und ein regelmäßiges Einkommen. Doch die Aussichten sind düster, da viele Betriebe das Ausbilden einschränken oder aufgeben. Anhand von statistischen Erhebungen, Experteninterviews und Aussagen von Betroffenen zeichnet der Monitor ein deutliches und anschauliches Bild nicht nur von den Ursachen, sondern auch den Auswirkungen der Lebenslage Armut bei Jugendlichen.

Jugendarmut nachhaltig bekämpfen

In ihrem “Politikbrief” forderte die BAG KJS politisch Verantwortliche dazu auf, Jugendarmut wirksam zu bekämpfen, ein Recht auf Ausbildung gesetzlich zu verankern und Inklusion umzusetzen. Für alle jungen Menschen in Deutschland müssen dieselben Chancen bestehen, unabhängig von sozialer oder kultureller Herkunft.