Stellungnahmen und Positionspapiere der BAG KJS

2011

  • Inklusion Jetzt! - Anforderungen an Berufsbildung im Zeichen des Fachkräftemangels aus Sicht der BAG KJS

    Von den positiven Entwicklungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt sowie Bestrebungen der Politik und Wirtschaft den Fachkräftebedarf zu sichern, profitieren benachteiligte Personengruppen keinesfalls so stark, wie erwartet. Für junge Menschen mit individueller Beeinträchtigung oder sozialer Benachteiligung bleiben die Probleme auf dem Ausbildungsstellenmarkt bestehen. Wenn sich die Bedingungen des Ausbildungssystems nicht weg von Exklusion hin zu Inklusion wandeln, werden bewusst Potentiale und Ressourcen verschwendet. Denn in den vergangenen Jahren zeigte sich die Tendenz, dass Betriebe Stellen eher unbesetzt lassen, anstatt in die Ausbildung junger Menschen mit erhöhtem Förderbedarf zu investieren.

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit fordert daher Ausbildung für alle. Die Zugänge zu beruflicher Bildung sind zu verbessern und gesellschaftliche Teilhabe für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu erhöhen. Jeder junge Mensch, der eine duale Ausbildung absolvieren möchte, muss dazu die Chance erhalten. Aktuelle politische Bestrebungen, die Zugänge zu Beruflicher Bildung für benachteiligte Jugendliche zu erhöhen, müssen sich daran messen lassen, inwieweit es gelingt, diese zu integrieren.

    Positionspapier_der_BAG_KJS_Inklusion_Jetzt_Berufsbildung (1079kB)

2010

  • Jugendarmut wirksam bekämpfen

    BAG KJS fordert Umdenken bei der SGB II-Reform

    Der vorliegende Gesetzentwurf zur Reform des SGB II und XII verschärft die Situation von Jugendlichen, die von Armut betroffen sind. In ihrer aktuellen Stellungnahme kritisiert die Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. den Referentenentwurf.
    Zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen fordert die BAG KJS die Bundesregierung auf,

    • Bildungs- und Teilhabeleistungen diskriminierungsfrei zu gestalten
    • die Steuerungsfunktion von Bildungs- und Teilhabeleistungen der Jugendhilfe zu übertragen
    • die Regelbedarfsberchnung für junge Menschen vom tatsächlichen Bedarf abzuleiten
    • Jugendliche nicht härter als Erwachsene zu sanktionieren

    Stellungnahme Jugendarmut wirksam bekämpfen (150kB)

  • Kommuniqué "Damit Wandel gelingt..."

    Ausgehend vom Europäischen Symposium „Damit Wandel gelingt - Wege aus der Jugendarmut", vom 29.September bis 1.Oktober 2010 in Berlin, formulierte die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit ein Kommuniqué als einen Beitrag zum strukturierten Dialog für die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher im Rahmen der Umsetzung der EU Jugendstrategie.

    In dem Kommuniqué fordert die BAG KJS adäquate Unterstützung benachteiligter Jugendlicher. Alle jungen Menschen haben Anrecht auf ein selbstbestimmtes und eingenständiges Leben. Die Voraussetzung dafür zu schaffen, ist eine gesamtgesellschafltiche Aufgabe. Ein gesundes Aufwachsen mit ausreichnder materieller und sozialer Förderung soll für alle Jugendlichen ermöglicht werden. Hilfebedürftige Menschen düfen nicht an den Rang gedrängt werden oder durch die Maschen aller Netze fallen.

    Kommunique_Damit_Wandel_gelingt_DE.pdf (27kB)

    Kommunique_Let_change_succeed___EN.pdf (27kB)

  • Konzepte und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration benachteiligter junger Menschen

    Katholische Jugendsozialarbeit plädiert für individuelle Hilfeleistungen: aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Arbeitsmarktpolitik hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V. das Positionspapier „Konzepte und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Integration benachteiligter junger Menschen“ beschlossen. Darin legt sie sehr dezidiert Forderungen und Ideen bezüglich eines künftigen Systems und der damit verbunden geplanten Instrumentenreform (im SGB II und III) vor. Nachdem eine neue Struktur für die Trägerschaft in der Grundsicherung für Arbeitssuchende geschaffen wird und die Bedarfssätze den Erfordernissen des Bundesverfassungsgerichtsurteils angepasst werden, steht auch eine grundsätzliche Instrumentenreform an. Es geht darum, die Instrumente zur Eingliederung den Erfordernissen anzupassen und vor Ort eine wirksame Hilfe zu gewährleisten. Nach Auffassung der Katholischen Jugendsozialarbeit sind besonders die Schnittstellen zwischen SGB II und SGB VIII in den Blick zu nehmen. Eine Koordination von Hilfeleistungen der unterschiedlichen Gesetzbücher ist notwendig um Integrationserfolge nachhaltig sicher zu stellen. Damit Integration junger Menschen gelingt und Armut verhindert werden kann, bedarf es einer ganzheitlichen Sicht der jungen Menschen, einer kohärenten Förderung und abgestimmte Hilfeleistung aus allen Rechtskreisen

    Positionspapier_Konzepte_und_Rahmenbedingungen (71kB)

  • Jugendarmut nachhaltig verhindern!

    Die BAG KJS fordert in ihrem aktuellen Positionspapier gezielte Maßnahmen um bestehende Armutsspiralen zu durchbrechen und entstehen von Jugendarmut zu verhindern. Dabei sieht sie die Bekämpfung von Jugendarmut nicht allein als Aufgabe des Staates, sondern als eine gesamtgesellschaftliche. Besonders in strukturschwachen Regionen werden unterstützende Angebote für Jugendliche benötigt. Auch in Anbetracht angespannter Haushaltslagen darf auf Angebote für junge Menschen nicht verzichtet werden. Der monatliche ALG II-Regelsatz ist einem altersspezifischen soziokulturellen Existenzminimum entsprechend nach oben zu korrigieren. Für alle Kinder und Jugendlichen ist eine tatsächliche Lehr- und Lernmittelfreiheit umzusetzen. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten ein kostenfreies Mittagessen. Soziale Teilhabe ist auch außerhalb von Schule zu ermöglichen. Teilhabe an non-formaler und informeller Bildung trägt zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen bei und ist daher unverzichtbar.

    Positionspapier_Jugendarmut_nachhaltig_verhindern.pdf (436kB)

  • Berufliche Bildung ist Prävention gegen Jugendsarmut

    Anlässlich der Vorstellung des Berufsbildungsberichts durch die Bundesregierung weist die BAG KJS auf die Auswirkungen von fehlender beruflicher Teilhabe Jugendlicher hin: Unter 96.000 Bewerberinnen und Bewerbern, die im Jahr 2009 nicht erfolgreich über die Bundesagentur für Arbeit in Ausbildung vermittelt werden konnten, liegen keine Kenntnisse über deren Verbleib vor. Außer dass 30% davon arbeitslos sind. Angesichts des hohen Risikos von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen zu werden und von Armut bedroht zu sein, fordert die BAG KJS: Jugendliche dürfen nicht aus dem Bildungssystem herausfallen!

    Pressemitteilung Berufliche Bildung ist Prävention gegen Jugendarmut (776kB)

  • Entschlossen gegen Jugendarmut

    Die BAG KJS beschließt ein Grundlagenpapier und sagt Jugendarmut entschlossen den Kampf an: Junge, von Armut betroffene Menschen dürfen nicht bloß auf Leistungsempfänger reduziert werden. Die Würde des einzelnen Jugendlichen ist in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Jugendarmut ist durch gezielte und sinnvolle staatliche Transferleistungen wirksam zu bekämpfen. Zur Absicherung eines altersspezifischen soziokulturellen Existenzminimus ist der ALG-II Regelsatz für Jugendliche nach oben zu korrigieren. Soziale Teilhabe junger Menschen muss nicht nur in Schule sondern auch in außerschulischen Bezügen sicher gestellt werden.

    Grundlagenpapier Entschlossen gegen Jugendarmut (713kB)

2009

  • Förderpolitik muss sich an den Schwächsten ausrichten - Sieben Wünsche an die Arbeit der neuen Ministerinnen

    Die BAG KJS nimmt Stellung zu den Planungen der Bundesregierung mit Blick auf die Förderung benachteiligter junger Menschen. Wie die Koalitionspartner möchte die BAG KJS ein effektives und effizientes Übergangssystem erreichen, das allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine erfolgreiche Integration ermöglicht. In diesem Sinne „wünschte“ sich die BAG KJS am 15. Dezember 2009 von den neuen Ministerinnen Dr. Kristina Köhler (BMFSFJ) und Dr. Ursula von der Leyen (BMAS)

    • ein ganzheitliches Bildungskonzept zu erarbeiten und umsetzen
    • das Duale System an der Integration der Schwächsten zu messen
    • den Erfolg des Ausbildungspaktes zu hinterfragen und das Übergangssystem zu verbessern
    • die Jugendhilfe zu stärken und Schnittstellen klären
    • das Vergaberecht sinnvoll zu reformieren
    • Kürzung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente nicht zu Lasten benachteiligter Jugendlicher vorzunehmen
    • „Hilfen aus einer Hand“ im SGB II sicher zu stellen

    Stellungnahme Förderpolitik (56kB)

  • Kompetenzen – nicht allein Abschlüsse – entscheiden

    BAG KJS forderte im Mai 2009 mit Hilfe des Deutschen Qualifikationsrahmens benachteiligten Jugendlichen Bildungschancen zu ermöglichen. Sie tritt dafür ein, dass die unterste Stufe des DQR so beschrieben wird, dass sie nicht mit dem formalen Kriterium des Hauptschulabschlusses gleich gesetzt wird. Mit einer solchen Festlegung würde eine in ihrer Größenordnung nicht zu unterschätzende Gruppe junger Menschen systematische ausgegrenzt. Von daher begrüßt die BAG KJS die Entscheidung, dass die Niveaustufen des DQR abschlussoffen beschrieben sind.

    Positionspapier DQR-Kompetenzen (59kB)

  • In den Anstrengungen nicht nachlassen

    Forderung der BAG KJS anlässlich der Veröffentlichung des Berufsbildungsberichtes 2009: Auch wenn der Bericht zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt eine positive Bilanz zieht, ist nach Ansicht der BAG KJS kein Grund zur Freude gegeben. Angesichts der auf den Ausbildungsmarkt durchgeschlagenen Krise steht die Gestaltung der beruflichen Bildung vor großen Herausforderungen. Besonders zur Verbesserung der Ausbildungschancen Jugendlicher mit Migrationshintergrund mahnt die BAG KJS Maßnahmen an. In ihrer Stellungnahme von 3. April 2009 fordert sie vor allem das vorherrschende Angebot an Maßnahmen besser aufeinander abzustimmen. Dazu ist eine systematische Abstimmung zwischen Berufsbildungs-, Arbeitsmarkt- , Sozial- und Jugendpolitik notwendig.

    Stellungnahme Berufsbildungsbericht (42kB)

2008

  • Grünbuch Migration und Mobilität

    Stellungnahme zum Grünbuch der Europäischen Kommission „Migration und Mobilität: Chancen und Herausforderung für die EU-Bildungssysteme“: Die BAG KJS begrüßte am 12. Dezember 2008 grundsätzlich die Initiative der Kommission, eine Debatte darüber einzuleiten, wie die Bildungspolitik den Herausforderungen angesichts von Zuwendung und Mobilität besser gerecht werden kann. Allerdings verweist die BAG KJS auf die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten. Im Dialog der Mitgliedsstaaten über Ziele und im Austausch über positive Ansätze und Konzepte sieht die katholische Jugendsozialarbeit eine gute Möglichkeit zur Überwindung ausgrenzender Tatbestände in den jeweiligen Bildungssystemen.

    Stellungnahme EU-Grünbuch (36kB)

  • Benachteiligte Jugendliche dürfen nicht aus dem „Rahmen“ fallen!

    Positionspapier der BAG KJS zu einem Deutschen Qualifikationsrahmen vom 15. Januar 2008: Die BAG KJS nimmt mit diesem Papier Stellung zu einem entstehenden Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) und weist auf notwendige Anforderungen an die Beschreibung der untersten Niveaustufe aus der Perspektive benachteiligter Jugendlicher hin. Sie begrüßt das von der Europäischen Union vorgelegte Konzept des Lebenslangen Lernens, das zur Grundlage hat, Menschen zu befähigen, über ihre gesamte Lebensspanne hinweg zu lernen. Gerade benachteiligten jungen Menschen, die ihre Bildungslaufbahn oft schon in der Schule unterbrechen oder denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht gelingt, bietet dieses Konzept die Chance, ihren Bildungsweg wieder aufzunehmen und fortzuführen.

    Positionspapier DQR-Niveaustufen (53kB)

2007

  • Rechtsauslegung gefährdet passgenaue Eingliederungshilfen

    Die BAG KJS nimmt im Dezember 2007 Stellung zu einem Schreiben des BMAS bezüglich der Umsetzung des § 16 Absatz 2 SGB II: Aufgrund einer Uneinigkeit zwischen den optierenden Kommunen/Bundesländern und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat das Ministerium seine Rechtsauslegung des § 16 Abs. 2 SGB II formuliert. Die SGB II-Träger wurden aufgefordert, nur noch Leistungen zu erbringen, die der Rechtsauslegung des BMAS entsprechen. Aus Sicht der BAG KJS entspricht die Rechtsauslegung des BMAS nicht dem Willen des Gesetzgebers. Vielmehr war intendiert, dass die SGB II-Träger Handlungsspielräume erhalten, um die Angebote der Arbeitsförderung bedarfsgerecht auszugestalten. So konnte seit Einführung des SGB II in vielen Städten und Regionen eine Angebotsstruktur geschaffen werden, die auf die jeweils unterschiedlichen lokalen Bedingungen und die Förderbedarfe der Arbeitslosen zugeschnitten ist. Insbesondere Jugendliche mit vielfältigen Vermittlungshemmnissen benötigen niedrigschwellige, flexible Angebote und profitieren von dieser Praxis.

    Stellungnahme Sonstige weitere Leistungen (37kB)

  • Qualifizierungs-Kombilohn für arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren

    Die BAG KJS begrüßte am 15. Juni 2007 das Vorhaben der vom Bundeskabinett eingesetzten „Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt“, einen Qualifizierungs-Kombilohn für junge Menschen unter 25 Jahren einzuführen. Die BAG KJS freut sich, dass durch den kürzlich veröffentlichten Gesetzentwurf für ein 4. SGB III-Änderungsgesetz bereits die Eingliederung dieser Überlegungen in das Arbeitsförderungsrecht vorangetrieben wird.

    Stellungnahme Qualifizierungs-Kombilohn (35kB)

2006

  • Benachteiligte Jugendliche sind die Verlierer!

    Die BAG KJS nimmt im Oktober 2006 Stellung zur Situation am Ausbildungsstellenmarkt und fordert:

    • Für benachteiligte Jugendliche müssen - neben der Einrichtung weiterer Ausbildungsplätze - zusätzliche sozialpädagogische und ausbildungsbegleitende Hilfen bereit gestellt werden.
    • Die Ausbildung junger Menschen muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anerkannt werden. Eine Aufgabe, der sich alle gesellschaftlichen Kräfte, insbesondere die Wirtschaft, stellen müssen.
    • Zur Schaffung von mindestens 50.000 zusätzlichen außerbetrieblichen Ausbildungsplätzen für die nächsten 2 Jahre ist ein Sofortprogramm zu starten.

    Stellungnahme Ausbildungsmarkt (34kB)

  • Wider die Benachteiligung der Benachteiligten

    Stellungnahme der BAG KJS zum SGB II-Fortentwicklungsgesetz vom 9. Juni 2006: Die BAG KJS formulierte angesichts der SGB II-Debatte Aussagen zu ihrer Kernzielgruppe, benachteiligten Jugendlichen. Damit setzt sie neue Akzente in der Diskussion und spricht sich für eine stärkere Berücksichtigung der Anliegen benachteiligter junger Menschen aus.

    Stellungnahme SGB II-Fortentwicklungsgesetz (53kB)



Ansprechpartnerin

Silke Starke-Uekermann
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Fon: 0211 / 94485-16

silke.starke-uekermann@jugendsozialarbeit.de