Erfahrungen und Praxisbeispiele aus der Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule
„Ich würde allen raten, nicht gleich aufzugeben!“
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Die Bildungsberatung GF-H hat eine neue Broschüre „Jugend bilden – Deutschland stärken“ veröffentlicht. Darin berichten junge Zuwanderinnen und Zuwanderer über ihre Erfahrungen mit Bildungsberatung, Anerkennung und Qualifizierung in Deutschland.
Herausgeber der Zeitschrift ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) e.V.. Die Broschüre kann in der gedruckten Version kostenfrei über die Koordinierungsstelle Bildungsberatung bei der BAG KJS bestellt oder heruntergeladen werden:
Broschüre Jugend bilden - Deutschland stärken - Bildungsberatung (1423kB)
Medizinertreffen – Studierende und Fachärzte im Gespräch
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Am 30. Mai 2011 trafen sich ehemalige Stipendiaten – die heute Ärzte sind - und Studentinnen und Studenten aus dem Medizinstudium bei der Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule in Hannover.
Ein Erfahrungsbericht zum Medizinertreffen von Lothar Heimberg
Modellstudiengang „HannibaL“
Die Studierenden Tatjana Rusch, Lena Sonnow, Elena Seibel und Evgeny Prives (10. und 11. Fachsemester) gehören zu den ersten Teilnehmern am Modellstudiengang „HannibaL“, der im Wintersemester 2005/06 an der Medizinischen Hochschule Hannover eingeführt wurde. Er zeichnet sich durch einen größeren Praxisbezug und Patientenkontakte ab dem ersten Studiensemester aus. Im Modellstudiengang HannibaL wird der Lernstoff nach jedem Kurs direkt abgeprüft. „Dadurch sind für uns als Medizinstudenten die Belastungen besser verteilt und der Prüfungsstress hält sich in Grenzen“, sagt Elena Seibel. Bisher stand nach vier Semestern Medizinstudium das „Physikum“ als erste größere und gefürchtete Prüfung an. An der Medizinischen Hochschule Hannover verzichtet man nun auf dieses „Physikum“, da das Wissen bis zum Ende des vorklinischen Teils Kurs für Kurs abgeprüft wurde. „So können wir die vorlesungsfreie Zeit teilweise sogar als Ferien nutzen“, ergänzt Lena Sonnow.
Das Praktische Jahr (PJ)
Das Praktische Jahr (PJ) schließt sich im 11. und 12. Semester an das Fachstudium an und man bewirbt sich – soweit alle Leistungsscheine vorliegen – dafür an verschiedenen Krankenhäusern. Der in Deutschland herrschende Ärztemangel führt dazu, dass die PJ ´ler eine umworbene Gruppe sind: manche Krankenhäuser werben mit einer Entlohnung (in der Regel um 400 – 600 Euro pro Monat) und einem Präsent, z.B. ein Fahrrad. Andere stellen eine feste Anstellung in Aussicht, soweit das abschließende Examen bestanden wurde. Evgeny Prives hat sich dafür entschlossen, sein PJ in verschiedenen Ländern abzuleisten. Das geht: in seinem Fall werden die nachgewiesenen Dienstzeiten aus Brasilien (insgesamt 4 Monate), China (zwei Monate ab August 2011) und dem Krankenhaus in Bad Pyrmont zusammengefasst und auf das abzuleistende einjährige PJ angerechnet. Auslandserfahrungen während des Studiums (in Famulaturen) und im PJ werden ausdrücklich begrüßt.
Mit dem sogenannten „Hammer“-Examen nach dem PJ findet das Medizinstudium seinen Abschluss und eröffnet nach dem Bestehen die Möglichkeit, eine ärztliche Tätigkeit in nicht selbständiger Form aufzunehmen. Nur Fachärzte können sich niederlassen und eine eigene Praxis gründen bzw. übernehmen.
Facharzt werden
„Die Entscheidung für die fachärztliche Ausrichtung fällt meistens schon im fünften oder sechsten Semester während der Famulatur“, sagt Heinrich Kronewid – Oberarzt an der Orthopädischen Klinik in Braunschweig. „Die Famulatur ist wie ein kleines PJ, nur eben kürzer – aber hier knüpft man bereits die ersten Kontakte zu Fachkollegen und die meisten bleiben bei ihrer Entscheidung“.
Die fachärztliche Ausbildung dauert in der Regel fünf Jahre, davon müssen drei Jahre in einem Krankenhaus abgeleistet werden, die anderen zwei Jahre können über eine Mitarbeit als Assistenzarzt in einer Arztpraxis erfolgen. Alexander Hartmann , Urologe am Klinikum Gehrden, erläutert die fachärztliche Ausbildung: „In diesem Ausbildungsabschnitt muss man eine bestimmte Anzahl von leichten und mittelschweren Operationen durchführen, die in einem Katalog dokumentiert werden. Dieser Katalog ist die Grundlage für die Zulassung zur fachärztlichen Prüfung. Probleme können auftreten, wenn man seine fachärztliche Ausbildung an einem Klinikum mit vielen angehenden Fachärzten macht. Dann kann es mit der nötigen Anzahl von Operationen schwierig werden. Deshalb habe ich das Krankenhaus noch einmal gewechselt, um mehr operieren zu können.“
„Die eigentliche Prüfung zum Facharzt besteht aus einer mündlichen Prüfung unter Fachleuten. Es sind die Professoren und Spezialisten ihres Faches, die dem Prüfling ein Loch in den Bauch fragen. Selten fällt jemand durch diese Prüfung“, sagt Dr. Andreas Hase – Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Großburgwedel – „denn wer die Zulassung zur fachärztlichen Prüfung beantragt, weiß was er will und was er kann“.
Leistungsbereitschaft ist Voraussetzung
„Ich habe es nicht bereut, Arzt geworden zu sein“, antwortet Dr. Hase auf die Frage, ob nicht Dauerdienste (36 Stunden im Einsatz ohne Freizeit sind keine Seltenheit), Bereitschaften und ständig geforderte fachärztliche Fortbildung ihm die Lust auf seine Tätigkeit als Arzt verleidet hätten. Seine beiden Kollegen sehen das genauso. Die ärztliche Tätigkeit erfordert zwar viel Einsatz, aber das war ihnen schon klar, als sie die Entscheidung für das Studienfach Medizin getroffen haben.
Genauso denkt auch Linda Heimberg, die sich mit ihrem gerade erworbenen Abitur für das Medizinstudium bewirbt und sich viele Informationen bei diesem Zusammentreffen abholen konnte.




